Spanienaustausch nach Algemesi
Tapas, Tränen, Traditionen - ¡Viva España!
Am 19. Februar 2026 klingelt in Wuppertal in 16 Zimmern der Wecker um 02:00 Uhr morgens. Die Koffer stehen schon bereit, und die Müdigkeit wird in Sekundenschnelle von der Vorfreude verdrängt. Zwei Stunden später treffen wir uns alle zusammen am Düsseldorfer Flughafen. Auf das „Auf Wiedersehen” folgt wenige Stunden später ein enthusiastisches „Buenos días”.
Der Spanischkurs der zehnten Klasse nahm an einem Schüleraustausch mit der Schule „Colegio María Auxiliadorade Algemesí” in einem kleinen Dorf in Valencia teil. Die Spanier/-innen begrüßten uns mit dem gleichen Enthusiasmus wie wir, als wir unsere ersten Versuche, uns auf Spanisch vorzustellen, erfolgreich durchführten. Schnell landeten die Jacken auf den Koffern, welche wir zur Seite gestellt hatten, denn neben unseren Austauschschülern und Austauschschülerinnen sowie den spanischen Lehrkräften grüßte uns die spanische Mittagssonne.
Das Gefühl, in einem Land weit von zu Hause entfernt, umgeben von neuen Menschen und einer neuen Sprache zu sein, war so … ach, wie sagt man es nochmal auf Deutsch? „Emocionante”. Ja, es war sehr spannend, sagen zu können, dass man gerade am Anfang einer unvergesslichen Erfahrung steht. Na schön, vielleicht nicht auf Spanisch, aber wenigstens in Gedanken … Schon am ersten Abend waren die Straßen von Algemesí mit angeregten Gesprächen erfüllt. Unsere Mägen hingegen waren gefüllt mit typisch spanischen Gerichten. Manch einer schwärmte von Tortilla, während andere sich auf Paella oder Fideuà freuten.
In Spanien ist es üblich, dass das Abendessen spät abends stattfindet. Daher waren die Tage länger und von Erlebnissen gefüllter, und es gab bei „la cena”, dem Abendessen, viel zu erzählen. Während unserer Woche in Spanien haben wir viel über die spanische Kultur und den spanischen Lebensstil gelernt. Paellapfannen mit einem Durchmesser von einem Meter, architektonisch bemerkenswerte Basiliken, neue Wörter wie „otorrinolaringólogo” sowie der Geruch von vielseitigen Tapas, welcher abends stets in der Luft lag, wenn wir zusammen durch die Straßen an den Häusern vorbei spazierten, ließen uns nicht nur einmal staunen.
Nachdem wir die Basílica de Sant Jaume Apòstol mit großen Augen und Gänsehaut besichtigt hatten, erfuhren wir im Museu Valencià de la Festa, dem ehemaligen Kloster „Convent de Sant Vicent Ferrer”, endlich, was es mit der Statue im Park auf sich hatte: Das wohl bekannteste Fest in Algemesí ist das Fest der Mare de Déu de la Salut. Neben dem Tanz in traditioneller, festlicher Kleidung zu lebhafter Musik ist das Highlight der Feier die Pyramide aus Menschen in blau-rot oder grün-rot gestreiften, traditionellen Klamotten. Der 7. und der 8. September sind also die Tage, an welchen das ruhige, gemütliche Dorf in lauter Musik und feierlichem Gelächter aufgeht.
Am darauffolgenden Tag besuchten wir das größte Meeresmuseum in Europa, das L’Oceanogràfic. Dort wurden wir von neugierigen Pinguinen, faszinierenden Quallen und vielen weiteren Meerestieren begrüßt. Doch das Highlight dieses Ausflugs waren die akrobatischen Delphine, welche synchron aus dem Wasser sprangen. Mit ihren Saltos schienen sie fast schon anzugeben, um daraufhin genüsslich ihren Fisch abzuholen. Na gut, vielleicht war das Highlight auch das Bocadillo, welches wir jeden Tag mit auf den Weg bekommen haben …
Unseren letzten ganzen Tag verbrachten wir in der Altstadt von Valencia, welche auch als „Ciutat Vella” bekannt ist. Dort entdeckten wir Spuren der barocken, maurischen, gotischen und sogar neoklassizistischen Architektur. Im Mercat Central, einer der größten Markthallen Europas, kamen wir in den Genuss von frischen Früchten. Auf rund 8.000 Quadratmetern lernten wir die kulinarische Vielfalt Valencias kennen, und natürlich war in den Taschen noch genügend Platz für Souvenirs, welche mit dem typisch valenzianischen, bunten Mosaik verziert waren.
Am nächsten Morgen trafen wir uns alle in der Schule. Einerseits war jeder einzelne von uns beeindruckt von dieser wundervollen Reise, welche niemals zu lang gewesen wäre, doch andererseits überkam uns die Trauer darüber, dass es nun an der Zeit war, „Adiós” zu sagen. Oder eher gesagt „Adéu”, also auf Valenzianisch. An diesem Morgen wurden viele Tränen vergossen. Doch obwohl Tränen oft durch Trauer ausgelöst werden, war es ein faszinierendes Gefühl, zu erkennen, dass man etwas so Wunderschönes erlebt hatte, dass das Ende dieser wunderschönen Erfahrung eine ganz große Gruppe Schüler (sowohl deutsche als auch spanische) zum Weinen bringen konnte.
Doch die Reise ist noch nicht ganz vorbei. Die Fortsetzung des Schüleraustausches folgt, denn im April solltet ihr die Ohren spitzen, wenn ihr in der Schwebebahn sitzt. Eine Klasse Spanier wird zu Besuch sein, und die Schwebebahn wird vermutlich nicht mehr zur Ruhe kommen …
Text: Bernadette Nicolay 10c






